Arbeiten bis 67 und die Realität

Von | 11. August 2009

Inzwischen wird von gewissen Überfliegern, wie u. a. der Deutschen Bundesbank und vom Professor Raschelhöschen, von der Rente ab 69 und sogar noch später geredet. Wer die Arbeitnehmer ab 60 und darüber jedoch beschäftigen will, fällt keinem dieser Geister ein. Ist die traurige Regel doch immer noch so, dass vielen Arbeitssuchenden im Alter von 45 und darunter gesagt wird, dass sie für diesen und jenen Job bereits zu alt sind… Und die, die tatsächlich länger arbeiten wollen oder aus finanziellen Gründen müssten, tun sich hart.

Hier nun die Realität (aus Süddeutsche Zeitung 8./9. August 2009, Seite 7) eines Oberstaatsanwalts aus Hessen, der über das 65. Lebensjahr hinaus arbeiten wollte und gegen die automatische Pensionierung mit 65 beim hessischen Verwaltungsgericht geklagt hatte. Die Richter erklärten in einer Eilentscheidung die hessische Altersgrenzenreglung für Beamte für unwirksam. Sie verstöße gegen europäisches Gemeinschaftsrecht und sei „eine unmittelbare Diskriminierung wegen des Alters“.

Fall Nr. 2: Dr. Hans Meier (Name auf Wunsch des Betroffenen geändert) , gelernter Physiker aus Bremen und beschäftigt in einer Firma im Rüstungsbereich, sollte mit 65 in Rente gehen. Aufgrund laufender Projekte wurde sein Arbeitsvertrag zunächst auf beidseitigen Wunsch um ein Jahr verlängert. Als es um eine nochmalige Verlängerung ging, sperrte sich dagegen die IG- Metall. Meier musste schließlich mit 66 in Rente gehen. Übrigens: Seine Rente hatte sich in dem Jahr um 5 % erhöht, denn wer über 65 hinaus arbeitet, dessen Rente steigt pro Jahr um 5%.

Hinweis: Es gibt Menschen, die gerne länger arbeiten möchten, weil ihnen ihr Job Spaß macht. Wie man sieht, ist dies jedoch nicht so einfach, wie die Politiker glauben. Sie haben ja auch noch kein Gesetz gemacht,  das besagt, dass Menschen über die Altersgrenze von 65 hinaus beschäftigt werden müssen, falls diese dies wollen. Bisher gibt es nur die Entscheidung und das Gesetz, ab wann man (in Schritten) die Rente erst ab 67 erhält. Im Prinzip ein Schildbürgerstreich – pardon: ein Schildpolitikerstreich!

Falls Ihnen ähnliche Fälle bekannt sind, schreiben Sie bitte hierzu einen Kommentar – zur späteren Weitergabe an das zuständige Ministerium.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte rechnen und als Zahl eintragen: *