Vorsorge-Untersuchungen: Häufig riskant – immer good business!

Von | 16. August 2009

Wer ein gewisses Alter erreicht hat, und das beginnt meist schon um die Dreißig, hat gelernt, dass er sein Auto alle 2 Jahre vom TÜV begutachten lassen muss – und irgendwann auch regelmäßig den Corpus vom Arzt. Zumindest hat man davon gelesen oder gehört, die Ärzte selbst geben regelmäßig entsprechende Ermahnungen, die Krankenkassen auch – und irgendwann ist man überzeugt, man muss sich ebenso in die jährliche Vorsorgeuntersuchung einreihen. Männer bevorzugt was die Prostata betrifft, Frauenthema Nummer Eins ist die Brust, dann kommen Blutwerte und alles, was den Kreislauf betrifft, und wenn sich da nichts findet, dann sollte man tunlichst noch im Darm forschen.

Doch nicht alles, was zur Früherkennung gut sein soll, muss gut sein!

Alle Vorsorgeuntersuchungsjunkies sollte DER SPIEGEL-Titel Nr. 17, vom 20. 4. 2009 (Risiko Vorsorge – Alarm und Fehlalarm), zum Nachdenken anregen. Namentlich was Mammografie, PSA-Wert, Darmspiegelung und dgl. betrifft. Was jede/r dann letztlich tut und wie man/frau sich verhält, ist Entscheidung jedes Einzelnen. Ein paar zusätzliche Informationen und einige Zweifel können aber nicht schaden!

Wem eine Darmkontrolle mittels Stuhlprobe zu ungenau ist (und tatsächlich ist es meist schon sehr spät, wenn sich Blut im Stuhl mittels dieser Untersuchung findet), dem wird meist eine Endoskopie empfohlen (spätestens ab Alter 60). Aus dem SPIEGEL-Artikel ist zu ersehen, dass diese aber nicht ganz ungefährlich sein muss. Als Alternative ohne Nebenwirkungen, mit einem Genauigkeitswert von mindestens 80%, empfiehlt sich der sogenannte M2-PK Test. Wikipedia gibt dazu gute Informationen und zusätzlich die Firma Schebo – BioTest AG. Ihr Arzt wahrscheinlich auch!

Wer sich als Mann vor seiner Prostata fürchtet (bei Frauen ist dies wohl seltener der Fall…), dem sei dieser Artikel aus der ZEIT empfohlen, mit der aussagekräftigen Schlagzeile: „Test oder Tombola (…) Denn nicht nur US-Experten halten die Messung des PSA-Wertes für nutzlos“.

Für Frauen dürfte dieser Bericht der Habichtswald-Klinik zum Thema Mammografie interessant sein. Oder hier ganz neu (3. 4. /2012) aus dem SPIEGEL: Brustkrebs-Screening führt zu vielen unnötigen Therapien.

Lesen Sie dazu auch die Ausarbeitung des Max-Planck-Instituts:Studie belegt: Nutzen der Krebsfrüherkennung in Europa deutlich überschätzt – Deutsche Patienten besonders schlecht informiert.

  • Hinweis 1: „Zu Nebenwirkungen lesen Sie den Verpackungshinweis und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“.
  • Hinweis 2: „Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser!“ (Lenin)


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte rechnen und als Zahl eintragen: *