Nullrunde für Renten 2010

Von | 1. November 2009

Der FOCUS meint, eine Nullrunde für Renten sei in Wahrheit eine Rentenerhöhung und peilt dabei auf die Sympathien seiner Leser. Davon, dass es 2004 / 2005 / 2006 bereits Nullrunden gab und 2007 lausige 0,54%, erwähnt dieses Politikspaßmagazin logischerweise nichts – passt ja vielleicht auch nicht ganz so zur Leserschaft und der durchschaubaren Meinungstendenz des Herrn Markwort.

Die so genannte Rentengarantie, die von der Schwarz-Roten Koalition kurz vor den Wahlen 2009 (auf Druck der SPD) noch durchgepeitscht wurde, wird in 2010 wohl zum Einsatz kommen, obwohl die Löhne und Gehälter in Deutschland voraussichtlich um 0,5% im Jahr 2009 (aufgrund von Kurzarbeit und erhöhter Arbeitslosigkeit) sinken werden. Dass diese Rentengarantie der SPD keinen Stimmzuwachs gebracht hat war wohl abzusehen, denn dieser vermeintliche Segen ist mehr als zweischneidig! Erstens kann diese Garantie per Gesetz durch eine neue Regierung jederzeit wieder ausser Kraft gesetzt werden und zweitens, noch viel nachteiliger für die Rentner, die bisherige Rentenanpassungsformel auch keine Gültigkeit mehr hat. Denn diese schrieb eine Anpassung der Renten entsprechend der Lohnentwicklung fest – und diese war bislang immer positiv.

Dass die Bruttorenten aller Wahrscheinlichkeit in 2010 ohnehin weiter belastet werden, damit ist fest zu rechnen, denn die gesetzlichen Krankenkassen und die Pflegeversicherung schreien bereits laut nach Beitragserhöhungen oder Veränderungen im Gesamtsystem, dem die neue Schwarz/Gelb-Regierung völlig aufgeschlossen gegenüber steht. Weniger zahlen werden die Rentner sicherlich nicht (!), mit Sicherheit im Gegenteil! Die Nettorenten, also die Auszahlbeträge, wird´s damit in 2010 mit höher Wahrscheinlichkeit nach unten ziehen, und die schöne „Rentengarantie“ darf man sich getrost sonst wohin schieben. Zudem machen die Medien bereits wieder kräftig Stimmung. So schreibt Thomas Öchsner in der Süddeutschen Zeitung am Samstag, 31. Oktober 2009, auf Seite 2 (leider kein Link verfügbar): „Zu Lasten der Jungen – Das Festhalten der neuen Regierung an der Rentengarantie ist opportunistisch„. Man kennt derartige Töne ja bereits…  und sie werden häufiger werden, denn die Schwetzerwelles dieser Nation hocken ja jetzt an den Schalthebeln. Ihr jüngster Bundestagsabgeordneter (Florian Bernschneider, FDP), ausgestattet mit hoher Lebens- und großer Berufserfahrung, ist gerade mal 22 Jahre alt und der Herr Gesundheitsminister (36) von der selben Partei, ebenso mit bemerkenswerter Allround-Erfahrung…  Man darf gespannt bleiben.

Übrigens: 40% der Wähler und Wählerinnen in Deutschland sind 60 und darüber. 30% der Deutschen gingen bei der letzten Bundestagswahl überhaupt nicht mehr zur Wahl. Die ersten 40% sollten sich vielleicht mal über ihr Potential Gedanken machen – und die anderen 30%, die nicht gewählt haben, haben auch nichts zu kommentieren!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte rechnen und als Zahl eintragen: *