Die Regierung plant, den Rentenbeitrag weiter zu senken – und warum dies zum Nachteil der künftigen Rentner ist

Von | 2. Juli 2012

„Die Regierung plant, den Rentenbeitrag weiter zu senken – die Gewerkschaften fordern das genaue Gegenteil“, kann man am 21. Juni 2012 in der SZ lesen. Warum dem so ist, und falls Sie sich dafür interessieren, klicken Sie auf den Link. Dabei werden Sie erfahren, dass Männer in Westdeutschland auf eine durchschnittliche Rente (netto, also Auszahlbetrag) von derzeit 857 Euro im Monat kommen, und Frauen sogar auf nur 479 Euro (Stand 2012).

Ein Durchschnittsverdiener, nach gängiger Rententerminologie „der Eckrentner“ oder noch irreführender „der Standardrentner“, mit einem Bruttoverdienst von zuletzt knapp 2.600 Euro im Monat, und davon ausgehend, dass er 45 Jahre lang durchschnittliche Beiträge bezahlte, erhielt 2011 brutto 1.236 Euro Rente – abzüglich Krankenkassen- und Pflegeversicherung. Da das Rentenniveau aber von momentan 51% auf 43% im Jahr 2030 sinken soll, bekäme er nach geltenden Maßstäben dann nur noch etwa 989 € ausbezahlt.

Und wenn der Rentenbeitrag gesenkt werden soll – dann sogar noch weniger. Das ist die Quintessenz des Artikels in der SZ und für den einigermaßen mündigen Bürger die Erkenntnis, dass es mit niedrigeren Beiträgen einfach auch weniger (noch weniger!!!) Leistung geben wird. Politisch lässt sich dieser Dreh jedoch besser verkaufen, zumindest für ein bestimmte Klientel von Wählern. Dass die Rentner/innen dann eben zum Sozialamt gehen müssen, da man sie ja nicht ganz verhungern lassen kann, steht auf einem anderen Papier. Und das Geld kommt auch aus einem anderen Topf. Da das Papier, das in dem Topf in Form von „harten Euros“ liegt, dann eh noch weniger wert ist als heute, na ja, das übersteigt ohnehin der Bürgers (und des Politikers!) Vorstellungsvermögen, ist aber so sicher wie das Amen in der Kirche. Allerdings gibt es dann höchstwahrscheinlich sowieso keine Euros mehr! Und vielleicht hat sich bis 2030 sogar die ganze EU in der heutigen Form erledigt.

Hinweis: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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