Altersarmut nicht mehr auszublenden

Von | 12. September 2012

Möglicherweise liegt es am beginnenden Wahlkampf zur Bundestagswahl im nächsten Jahr, denn auf ein Mal wird über den Umweg „Zuschussrente“ von Ursula von-der-Leyhen (CDU), das Thema auch von der SPD und den GRÜNEN aufgegriffen.

Hier sind die Fakten, die das Problem neben dem Dauerthema „Eurorettung“, bei Politikern aktualisiert haben (u. a. entnommen SPIEGEL-online vom 2. 9. 2012 und SZ vom 4. 9. 2012):

Durch die Senkung des Rentenniveaus (beschlossen von Rot/Grün unter Gerhard Schröder) von derzeit 51% auf 43% hätte ein Durchschnittsverdiener, der 2030 in Rente geht und 45 Jahre lang entsprechende Beiträge bezahlt hat, eine Brutto-Rente von 989 Euro vor Steuern. Derzeit wären es noch einigermaßen erträgliche 1.236 Euro.

Dabei gibt es etwa 8 Millionen Menschen im Niedriglohnsektor, die dieses Lohnniveau nie erreichen. Ihnen drohen Mini-Renten unterhalb der staatlichen Grundsicherung (auf die Jede/r Anspruch hat) von derzeit 688 Euro.

Im Prinzip ist damit unser derzeitiges Rentensystem ad absurdum geführt, denn Einzahlen lohnt sich in keiner Weise mehr – aber wer Lohnempfänger ist, hat gar keine andere Wahl. Im Grund ist damit die staatliche Rente eine weitere Sondersteuer für Arbeiter und Angestellte, denn wer aus dieser Gruppe im Alter einigermaßen vernünftig leben will, muss dafür selbst sorgen oder entsprechend erben. Beamte und Selbstständige zahlen dafür keine Beiträge, im Falle der Beamten werden diese sogar noch vom Staat im Alter durch üppige Pensionen belohnt; bei Selbstständigen bleibt allein die private Vorsorge – und häufig fehlt dafür das Geld.

Hinweis: Lassen Sie das Thema nicht aus dem Auge – und beziehen Sie die Haltung der Parteien in Ihre Überlegungen ein, wem Sie dann im Oktober 2013 Ihre Stimme geben wollen! => „Denen, die ich schon immer gewählt habe“ ist womöglich etwas arg einfach. Wobei, wenn mich Jemand fragt, wo der Unterschied zwischen all den Parteien ist, die „die Mitte“ für sich in Anspruch nehmen, – bin ich auch überfragt…

Übrigens: Wie aus der SZ zu erfahren ist, gibt es in Norwegen, Großbritannien, den Niederlanden oder Dänemark eine Grundrente ohne Prüfung der Bedürftigkeit, die für ALLE Versicherten gleich hoch ist. Sie wird SEPARAT von der gesetzlichen Rente ausgezahlt. Wär doch mal ein völlig neuer Ansatz für die grossen Euro-Retter! Dazu noch ein paar interessante Vergleichszahlen aus dem Internet.

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