Betriebsrenten in Gefahr und die Nullzinspolitik der EZB

Von | 20. Januar 2019

Frage: Was haben der überaus „draghische“ Herr Draghi, seine Nullzinspolitik und die Europäische Zentralbank, mit der Altersversorgung von Millionen Menschen in Deutschland zu tun?

Antwort: Sehr viel! Denn wo kein Zins, da auch keine (oder nur geringe) Erträge für alle Systeme der Altersvorsorge; egal ob es sich dabei um Direktzusagen, Pensionskassen, Direktversicherungen, Unterstützungsfonds oder Pensionsfonds handelt. Denn analog Lebensversicherungen dürfen alle Systeme für Betriebsrenten oder -pensionen zum weitaus größten Teil nur in sicheren, festverzinslichen Anlagen investieren und nur zu einem geringen Teil in Aktien. Und wo kein Zins, da keine Einnahmen. So einfach! Übrigens: Alleine den deutschen Sparern entgehen aufgrund der EZB-Politik Jahr für Jahr (!) rund 60 Milliarden Euro (man mag sich wundern, warum es hierzulande keine gelben Westen gibt).

Im Schnitt, so kann man lesen,  müssten die Pensionskassen 3,2% Zins pro Jahr verdienen, um ihre Zusagen zu befriedigen. Was aufgrund der Politik der EZB eine überaus sportliche Herausforderung sein dürfte. Also haben namentlich Pensionskassen bereits ihre Zusagen an künftige (!) Empfänger reduziert. In anderen Fällen müssen Unternehmen – falls sie können – die Rücklagen für ihre jeweiligen Rentensysteme stark erhöhen. 

Für Bestandsrentner besteht indes kaum Gefahr: Das Gesetz schreibt vor, dass einmal garantierte Renten bezahlt werden müssen. Geht eine Firma pleite und ist deren Betriebsrente über den Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG) gedeckt, übernimmt dieser. Und wenn bei diesem die Mittel knapp werden, besteht eine Nachschusspflicht der Mitglieds-Unternehmen. 

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