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Rentenerhöhung 2013: Schock im Westen!

Rentenerhöhung 2013: Schock im Westen!

  • Rente

Hieß es noch im Novem­ber 2012, dass die Ren­ten um durch­schnitt­lich 2% zum 1. Juli 2013 anstei­gen wer­den, kam nun der Ham­mer: Im Wes­ten wer­den sie um 0,25% erhöht, im Osten jedoch um satte 3,29%, also 13 mal mehr als im Wes­ten. Im Klar­text: Bei einer durch­schnitt­li­chen Aus­zahl­summe von 964 € für den Mann und 507 € für die Frau im Wes­ten beträgt die Stei­ge­rung genau 2,41 € im Monat und für die Frau 1,27 €. Die durch­schnitt­li­che Rente für den Mann im Osten liegt bei 1.008 € und für die Frau bei 709 €. Ergibt bei Stei­ge­rung von 3,29 % eine Erhö­hung von 33,16 € bzw. 23,33 €. Dies dürfte (im Osten!) zumin­dest die Infla­ti­ons­rate aus­glei­chen. Im Wes­ten: Ein Hohn, nament­lich wenn man die Lohn- und Gehalts­stei­ge­run­gen des Jah­res 2012 betrach­tet (laut dem Per­so­nal­dienst­leis­ter mer­cer um 2,9%).

Ursa­che ist eine kom­pli­zierte Ren­ten­for­mel, die selbst von Spe­zia­lis­ten kaum nach­voll­zieh­bar ist, denn da zählt das Ver­hält­nis zwi­schen Bei­trags­zah­lern und Ren­ten­be­zie­hern, die Lohn­ent­wick­lun­gen wur­den hin und her gerech­net, der soge­nannte Ries­ter­fak­tor (die Belas­tung der der Beschäf­tig­ten beim Auf­bau der Alters­vor­sorge), und die „Ren­ten­ga­ran­tie“ aus dem Jahr 2010, die abge­baut wird (wie lange noch, sagt kein Mensch!). Trans­pa­renz ist jeden­falls etwas völ­lig anderes!

Unter sozialpolitik-aktuell.de fin­den Sie dies­be­züg­lich eine genaue Detail­lie­rung der Ren­ten­ar­ten und ‑höhen, auf­ge­glie­dert auf Ost/West für das Jahr 2012 (Quelle: DRV 2012). Viel­leicht soll­ten Sie auch noch­mal unse­ren Arti­kel etwas wei­ter unten lesen: „Trotz Ren­ten­er­hö­hung: Kauf­kraft der Rent­ner auch in 2012 gesun­ken“.

Im FOCUS-Money fin­den Sie eine Über­sicht, die die Ren­ten­stei­ge­run­gen in Ost und West jähr­lich seit dem Jahr 2000 zeigt (Ach­tung: Falls da eine Wer­bung für FACEBOOK die Gra­fik aus­blen­det, kön­nen Sie diese unten weg klicken).

Nun kann man in eini­gen Zei­tun­gen Sätze wie die­sen in den Nürn­ber­ger Nach­rich­ten lesen (21. 3. 2013, lei­der ohne Link): „Hink­ten die Ost-Ren­ten bis­lang um 11,2% dem West­ni­veau hin­ter­her, sind es vom 1. Juli an „nur“ noch 8,5 %. Aus Minis­te­ri­ums-Sicht kommt damit die Anglei­chung der Ren­ten in Ost und West „einen wich­ti­gen Schritt voran“. Voll­zo­gen ist sie damit aber immer noch nicht.“ 

Wie bitte? Viel­leicht soll­ten die Leute sich die Zah­len (siehe sozi­al­po­li­tik-aktu­ell) etwas genauer anschauen!

Hin­weis für Poli­ti­ker: Keine Sorge – die deut­schen Bür­ger schlu­cken auch dies ohne zu mur­ren. Oder, ver­ehr­ter Leser, haben Sie schon was von einer Demo dies­be­züg­lich gehört? Übri­gens: Genau wie im aktu­el­len Fall Zypern. Wet­ten, dass Deutsch­land zahlt! Und: Von denen im Süden, von Zypern, Grie­chen­land, Ita­lien, Spa­nien, Por­tu­gal, könn­ten wir eini­ges ler­nen, zumin­dest was Demo heisst. Aber seit den 68-er Jah­ren hat man dies in unse­rem Land ver­lernt. Man macht brav einen Oster­marsch, wenn ihn die Gewerk­schaft orga­ni­siert, man blo­ckiert mutig Cas­tro-Trans­porte (sagt aber nicht, wohin sonst mit dem Zeugs), man hält in der Fuß­gän­ger­zone ein paar Tafeln hoch für „Men­schen­rechte in China“, man ran­da­liert mutig, wenn sich ein paar Poli­ti­ker zu einem Tref­fen wie G 9 zusam­men­set­zen, aber bei dem, was für unser Land tat­säch­lich von Belang ist… da ist man bra­ver Bür­ger und pennt. Dafür geht man (viel­leicht) aber zur Wahl – und macht sein Kreuz­chen bei denen, wo man es schon immer gemacht hat. Sehr mutig, sehr intelligent!

Ergän­zung per 24. 7. 2013: Wenn Sie sich rich­tig ärgern wol­len, dann lesen Sie „Pen­sio­nen stei­gen 10-mal stär­ker als Ren­ten“.

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